Editionsrichtlinien

Richtlinien für die Gestaltung der Online-Ausgabe

Hinweis: Die Edition ist in Bearbeitung. Die Webseite dokumentiert fortlaufend die Ergebnisse des Leipziger Editionsprojekts. Zunächst werden fast ausschließlich Metadaten der einzelnen Schriftstücke geboten. Diese werden nach und nach durch Regesten und Editionen ergänzt, so dass die Webseite ständig um neue Inhalte erweitert wird.

Zu jedem Schriftstück werden ein Kopfteil und ein Regest geboten. Danach kann eine Teiledition der kirchenpolitisch relevanten Teile oder eine Volledition des Quellentextes folgen.

Die Entscheidung, ob zusätzlich zum Regest noch eine Voll- oder Teiledition geboten wird, richtet sich nach folgenden Kriterien: 1. Inhaltlich wichtige Stücke, die bisher noch gar nicht bzw. nicht nach modernem wissenschaftlichem Standard oder nicht vollständig ediert sind, werden in Volledition geboten. 2. Eine Teiledition erfolgt im Fall eines Schriftstückes, in dem nur Teile kirchenpolitisch relevant sind, die zum Abdruck kommen. 3. Auf eine Edition des Quellentextes wird verzichtet bei einer bereits vorhandenen modernen wissenschaftlichen Edition, bei Schriftstücken, die häufig wiederkehrende Verwaltungsvorgänge enthalten, sowie bei Stücken, die durch volledierte Schriftstücke inhaltlich bereits abgedeckt sind.

I. Kopfteil

Der Kopfteil enthält Aussteller und Empfänger, Ausstellungsdatum und -ort sowie weitere Informationen zum Schriftstück (Dokumenttyp, Überlieferungsstufe, Sprache).

Bei der Nennung von Kurfürst Friedrich und Herzog/Kurfürst Johann von Sachsen wird die Bezeichnung „von Sachsen“ weggelassen.

Das Datum wird in die heute gebräuchliche Datierungsform übertragen und in der Reihenfolge Tag Monat Jahr angegeben. Zusätzlich wird die Tagesangabe nach der Quelle in Klammern geboten.

Durch Mausklick auf „Fundorte“ können präzise Informationen zum Aufbewahrungsort (Archiv, Bestand, Akte, Blatt/Umfang), zur Überlieferungsstufe, zu weiteren Überlieferungen, zum Beschreibstoff, wenn es sich um Pergament handelt, zum Vorhandensein und zur Anzahl der Siegel bei Urkunden sowie zu bereits vorhandenen Editionen aufgeblättert werden. Dabei wird in der Regel nur die aktuellste wissenschaftliche Edition angegeben. Die verwendeten Kurztitel können über ein Archivverzeichnis sowie bei Editionen über einen Mausklick/Link auf Zotero erschlossen werden. Weitere Abkürzungen im Kopfteil, Regest und Quellentext werden im Abkürzungsverzeichnis aufgelöst.

Hinzutreten können Hinweise zur Quellenkritik oder Datierung, wenn dies aufgrund der Beschaffenheit des jeweiligen Schriftstückes notwendig erscheint.

II. Regest

Für jedes Schriftstück wird ein Regest geboten. Für die Inhaltsangabe wird die Quelle in Sinnabschnitte gegliedert, die sich nach Aufbau und Inhalt des betreffenden Schriftstückes richten. Die Sinnabschnitte werden durchnummeriert, die Nummern stehen in eckigen Klammern. Die Nummern dienen in der ggf. vorhandenen Voll- oder Teiledition dem schnelleren Auffinden der im Regest bezeichneten Sinnabschnitte. Der Schwerpunkt liegt auf den Passagen mit kirchenpolitischer Relevanz. Nicht die kursächsische Kirchenpolitik betreffende Themen werden im Regest möglichst knapp abgebildet und können, dem Aufbau der Quelle folgend, in einer Sinneinheit zusammengefasst sein.

Alle Schriftstücke werden vollständig im Regest abgebildet, so dass die kirchenpolitisch relevanten Passagen auch in ihren Kontext eingeordnet werden können. Der Umfang eines Regests richtet sich danach, ob für das regestierte Schriftstück eine Volledition, eine Teiledition oder gar keine Edition erfolgt.

In der Zeile unter den Adressaten und Empfängern sind durch einen Pfeil oder Verweise auf Schriftstücke der Korrespondenz der entsprechenden Aussteller oder Empfänger kenntlich gemacht, die dem betreffenden Stück inhaltlich vorausgehen oder nachfolgen. Ein Mausklick auf den Pfeil führt zu dem entsprechenden Dokument. Wird innerhalb eines Regests auf ein anderes Schriftstück verwiesen, ist die entsprechende Stelle farbig hervorgehoben. Ein Mausklick auf diese Passage öffnet das Dokument, auf das verwiesen wurde.

III. Editionsgrundsätze

1. Allgemein

Ausschlaggebend für die Darstellung der Quellentexte ist bei verschiedenen genetischen Stufen die letzte zu ermittelnde Fassung, d. h. die Edition wird auf der Grundlage der letzten Entstehungsstufe des Dokumentes vorgenommen. Deshalb werden im Original gestrichene Worte in den laufenden Text nicht mit aufgenommen. Dagegen sind übergeschriebene Textteile bzw. Einfügungen am Rand in den laufenden Text mit eingefügt. Damit soll erreicht werden, dass der Inhalt des Dokuments so wiedergegeben wird, wie ihn sein oder seine Verfasser in der endgültigen Version verstanden wissen wollte/n. Ob die Streichungen, Einfügungen und Korrekturen im textkritischen Apparat eines Schriftstückes kenntlich gemacht werden, entscheidet der Editor aus inhaltlichen Gründen im Einzelfall.

Kanzlei- und Registraturvermerke werden nur in der Formalbeschreibung wiedergegeben, wenn sie für die Bewertung der Quelle notwendig sind.

Zusätze im laufenden Quellentext werden in eckige Klammern [ ] gesetzt.

Auslassungen in der Edition werden durch […] gekennzeichnet.

Versehen in der Vorlage werden an den entsprechenden Stellen mit [!] gekennzeichnet.

Lücken im Text der Vorlage infolge von Schäden werden durch [---] gekennzeichnet, sofern der Buchstabenbestand nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit erschlossen werden kann. Die erschlossenen Buchstaben werden in eckigen Klammern kursiv wiedergegeben.

Auf Beschädigungen des Originals wird in der Formalbeschreibung hingewiesen. Große Fehlstellen werden im textkritischen Apparat gekennzeichnet.

Unsichere Lesungen werden mit [?] gekennzeichnet.

2. Editionsregeln für deutsche Texte

Satzanfänge und Eigennamen werden stets groß geschrieben. Für Titel und Abkürzungen kann zugunsten der Deutlichkeit die Großschreibung verwendet werden. Im Übrigen gilt der Grundsatz der Kleinschreibung.

Die Buchstaben „u“ und „i“ werden nur vokalisch gebraucht, dagegen die Buchstaben „v“, „w“ und „j“ nur konsonantisch. Übergeschriebene Vokale werden aufgelöst, wenn sie einen Umlaut ergeben. Doppelvokale werden beibehalten, ebenso „ß“ und „sz“, metathetisches „h“, „gk“ und „dt“. Sind die Verbindungen „cz“ und „tz“ nicht eindeutig zu unterscheiden, wird für den betreffenden Text einheitlich „cz“ verwendet. Konsonantenverdoppelungen werden im Fall des doppelten „n“ am Wortende nicht wiedergegeben.

Die Getrennt- und Zusammenschreibung folgt der Vorlage, sofern diese eindeutig ist.

Die Worttrennung am Zeilenumbruch und die Interpunktion orientieren sich am modernen Gebrauch.

Fremdsprachige Einschübe bleiben unverändert.

Abkürzungen, Ligaturen und Abbreviaturen werden in der Regel stillschweigend aufgelöst. Ausgenommen davon sind Abkürzungen von Währungen und Maßeinheiten (fl.; ßo; tlr. usw.) sowie Herrschaftstiteln und standardisierten Anreden. Diese werden in einem Abkürzungsverzeichnis aufgelöst.

Die im Quellentext ausgeschriebenen Zahlzeichen sowie die arabischen und römischen Zahlen werden vorlagengetreu übernommen.

Folgende Ausnahme gilt: Bei Drucken folgt die Groß- bzw. Kleinschreibung sowie die Interpunktion der Vorlage.

3. Editionsregeln für lateinische Texte

Die frühneuzeitliche Schreibweise wird in der Regel beibehalten.

Die Kleinschreibung wird bevorzugt. Eigennamen (Personennamen, geographische Namen) und Satzanfänge werden groß geschrieben.

Buchstabenbestand: Die Buchstaben „i“ und „u“ werden nur vokalisch, „j“ und „v“ nur konsonantisch wiedergegeben. „w“ ist ggf. in „vu“ (z. B. wird „wlt“ zu „vult“) bzw. „vu“ in „w“ aufzulösen.

Sind „ci“ und „ti“ graphisch nicht zu unterscheiden, wird die Schreibweise der klassischen Philologie übernommen.

Alle Kürzungen und Ligaturen werden stillschweigend aufgelöst. Die Übernahme von Siglen oder deren Bildung bleibt davon unberührt. e-caudata ist mit „ae“ bzw. „oe“ wiedergegeben.

Für Zahlzeichen, Getrennt- und Zusammenschreibung und Interpunktion gelten die Regelungen für deutsche Texte.

IV. Apparate

Neben das Regest und den edierten Quellentext können ein Apparat für textkritische und ein Apparat für inhaltliche Anmerkungen treten. Die Sachkommentare sind auf ein unbedingt notwendiges Maß zur Identifizierung von Personen, Orten, Ereignissen und Zitaten, zur Erklärung von Begriffen sowie für Verweise auf kontextbezogene Quellen beschränkt. Durch Mausklick auf eine Anmerkung wird die dazugehörige Textstelle hervorgehoben.

Darüber hinaus treten neben Regest und Edition Listen der erwähnten Orte und Personen. Durch Mausklick auf einen der Einträge werden die entsprechenden Erwähnungen im Text hervorgehoben.